Neubau an der Wimpfenerstraße / Hospitalstraße

Vorbereitungen
Die Schulleiterin Sigrid Belzer und Werner Warland in Gesprächen mit der Stadt

Planung durch den Architekten Jürgen Ringel (Ringel + Hellmeister)

Standort
Erste Planung für die Theodor-Litt-Straße „Castello“

Entwurf Ringel aus dem Skzzenbuch

Dann Planungen für das Schulgelände des Schloß-Gymnasiums,
Anschrift aus Baustellenzeiten „Wimpfenerstraße 18“,
später geändert in „Hospitalstr. 45“, 40 597 Düsseldorf

Entwurf Ringel aus dem Skzzenbuch
Modellfoto Ringel aus dem Skzzenbuch

Bau
Architekt Jürgen Ringel (Büro Ringel + Hellmeister)
Baukörper 9 * 10 m,

<* ausführen *>

Einweihung
23. Mai 2003

Ringen um einen Sternwarten-Neubau

Bilk
Mit großem Engagement setzen sich die „Bilker Heimatfreunde e.V.“ mit ihrem Präsidenten Hermann Smeets und die im März 1959 gegründete „Benzenberg- Gesellschaft“ auch mit Hermann Smeets als 1. Vorsitzenden dafür ein, dass die Tradition der Bilker Sternwarte fortgeführt wird und in Erinnerung an den Gründer Benzenberg die Stadt Düsseldorf eine neue Benzenberg-Sternwarte errichtet. Als Standort wird vorgeschlagen die ehemalige Freilichtbühne am Räuscherweg (an der auch schon Gustav Gründgens spielte) unmittelbar südlich des heutigen Südrings. In der Planung kommt auch noch der Gedanke auf, den Bau der Sternwarte mit dem Bau eines Planetariums zu verbinden.
Wenn auch ohne Observatorium bringt die Benzenberg-Gesellschaft mit vielen Vorträgen Leben in die Düsseldorfer astronomische Öffentlichkeit.

Benrath
Der Gründer des Naturkundlichen Heimatmuseums (gegründet 1929, heute „Naturkundemuseum“) im westlichen Flügelbau des Benrather Schlosses, Studienrat Dr. Heinrich Opladen, unterstützt die Absicht, favorisiert aber Benrath.
<* noch klären, wieso sich Benrath durchsetzen konnte *>

Die Konzeption als wissenschaftliche Sternwarte wird nicht ernsthaft verfolgt. Die lichttechnischen Beobachtungsbedingungen wären doch zu schlecht gewesen und es gab keine Hochschule, an die sie hätte angebunden werden können. Zuletzt stehen noch gegeneinander die Idee einer reinen Schulsternwarte am Schloß-Gymnasium, für die auch eine ausreichende Nutzung erwartet wird, oder die einer Schul- und Volkssternwarte für ganz Düsseldorf. Wohl auch, um späterem Drängen, doch noch eine Volkssternwarte in Bilk zu errichten, die Grundlage zu entziehen, beschließt die Stadt den Status „Volks – und Schulsternwarte“.

Bau
Im April 1959 (Beschluss der Stadt Düsseldorf) Neubeginn der „Benzenberg-Sternwarte“ als Volks- und Schulsternwarte am Benrather Schloß-Gymnasium.
Fertigstellung der 3 Pavillons („Station Nord, Station Mitte, Station Süd“) mit flachen Schiebedächern 1964  <* verifizieren *>in der Nähe der Orangerie. Mit genutzt wird noch der Nordturm  an der Einfahrt zur Orangerie zum Spiegelschleifen.

Dr. Wilhelm Alt baut alle Tätigkeiten an der Sternwarte auf und leitet sie bis ??.

Nutzung
Gemäß der Planungsbezeichnung „Volks- und Schulsternwarte“ steht sie der Volkshochschule zur Verfügung, an einem Abend in der Woche der AVD (Astronomische Vereinigung Düsseldorf) . Ansonsten beobachten hier Schüler aller Schulen Düsseldorfs, überwiegend der räumliche Nähe wegen Schüler des Schloß-Gymnasiums. Da dieses (noch) ein Jungen-Gymnasium ist, sind die Beobachter tatsächlich ganz überwiegend männlich, nur sehr vereinzelt finden Mädchen den Weg in den tiefen Düsseldorfer Süden. Aber auch Schüler aus Monheim sind aktive Beobachter.
Für die Öffentlichkeit wird angeboten, dass die Sternwarte an jedem klaren Abend geöffnet sei. Die personelle Ausstattung, ausschließlich bestehend aus dem Physiklehrer Dr. Wilhelm Alt, der sämtliche Aktivitäten neben seinem normalen Lehrerberuf als Mathematik- und Physik-Lehrer des Schloß-Gymnasiums ehrenamtlich betreibt, unterstützt von Dr. Hans Körschgen, auch Lehrer für Physik und Mathematik am Schloß, setzt aber enge Grenzen, so dass diese Abende von älteren Schülern (die auch einen Schlüssel zu den 3 Gebäuden haben) angeleitet werden.
Die Benzenberg-Sternwarte wird in der Presse als größte Schulsternwarte Deutschlands bezeichnet.

Arbeiten
In den Astro-Ags für alle Düsseldorfer Schulen, vor allem auch von Schloß-Schülern besucht:

  • Selbstbau von Spiegel-Teleskopen. Das erforderliche Spiegel-Schleifen erfolgt zuerst im Keller des Benrather Krankenhauses, dann im Torhaus der Orangerie
  • intensive Astro-Fotografie und rechnerische Auswertungen: Astrometrie, Photogrammetrie
  • visuelle Beobachtungen <* ausführlicher dokumentieren *>

Schließung und Abbruch
Um mit dem Benrather Schlosspark an der „Regionale“ EUROGA 2002plus von April 2002 bis Oktober 2003 teilnehmen zu können, beschließt die Stadt Düsseldorf mit der „Stiftung Schloss und Park Benrath“, den Park umfassend zu restaurieren und das Gartenamt stellt am 10.4.2000 die Pläne – ohne Sternwarte – vor. Im Zuge der hierzu vorher zu realisierenden Rückverwandlung des Parks in einen älteren Zustand muss die 1959-64 errichtete Sternwarte als historisch unpassend (und baulich marode) weichen und wird 2001 abgerissen.
Zwei Jahre später wird der Park als herausragendes Beispiel in die „Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas“ aufgenommen.

Niedergang und Untergang

Niedergang
1938 hebt die Stadt die Stiftung auf, die Gelder würden nicht mehr zum Betrieb reichen, und überführt das Stiftungsvermögen in städt. Besitz. Das Gelände wird für andere Nutzung freigegeben, nach dem Krieg wird hier eine Limonadenabfüllung entstehen.


Zerstörung
Am Pfingstsamstag, dem 12. Juni 1943, fallen ab 1:15 Uhr in 80 Minuten 225.000 Brandbomben auf Düsseldorf. Laut Zeugen kocht der Asphalt und fließt in die Gullys, 9000 Häuser brennen aus, 1200 Menschen sterben. In der Nacht brennt auch die Bilker Sternwarte nieder. Diesen Luftangriff erwähnte der britische Premierminister Winston Churchill ausdrücklich in einer Rede, die er am 30. Juni 1943 anlässlich der Verleihung der Londoner Ehrenbürgerwürde hielt. Er habe die Überlegenheit der britischen Luftwaffe schlagend vor Augen geführt.

https://www.wz.de/specials/nrw/duesseldorf/pfingstangriff-bomber-legen-duesseldorf-in-schutt-und-asche_aid-29953351

Zweiter Standort – Düsseldorf Bilk – 1843 – 1943

Sternwarte Bilk“ oder „Sternwarte Charlottenruhe„, auch „Düsseldorfer Sternwarte“

Bau
Mit 66 Jahren erfüllt sich Johann Friedrich Benzenberg 1843 den Traum einer eigenen Sternwarte durch Erwerb eines Landguts in Bilk. In Erinnerung an seine früh verstorbene Frau nennt er sie „Charlottenruhe“.

Die wichtigsten Instrumente und Geräte kauft er aus seinem privaten Vermögen. Hauptinstrument ist ein Refraktor mit 1,8 m Brennweite. Noch bevor er sein eigens für diese Sternwarte bestelltes großes Fernrohr aufstellen kann, verstirbt J.F. Benzenberg am 8. Juni 1846. Er vermacht die Sternwarte der Stadt mit Stiftungsvermögen und der Auflage, einen Astronomen einzustellen. Die Stadt nimmt das Erbe an, 1846 geht die Sternwarte in den Besitz der Stadt Düsseldorf über.

 

Nutzung
Seit Beginn ist die Bilker Sternwarte in der wissenschaftlichen Welt (als eine von 18 in Preußen) in hohem Maße anerkannt. Insbesondere bei den „Planetenjägern“ auf der Suche nach Kleinplaneten hält sie viele Jahre in der Weltspitze mit. In dieser großen Zeit der Planetoidenjagd zwischen 1852 in 1890 werden 24 Kleinstplaneten erstmalig von Bilk aus gesichtet, 7 davon heißen „die Düsseldorfer Planeten.“

Denkmal Martinstraße, Erinnerungen

Denkmal Martinstaße

Der ausgeglühte Körper des Fernrohres steht heute als Denkmal vor dem Westturm von Alt St. Martin. Wenn man durch das Rohr des Teleskops sah, erblickte man den Wetterhahn auf dem Kirchturm. Nach einer Reparatur ist das Teleskop jetzt etwas verpeiltt und hat eine Kappe bekommen.

Durchsicht vor der Reparatur

heutige Erinnerungen an die Sternwarte Bilk

Straßenbezeichnungen in Bilk: Benzenbergstraße, Robert-Luther-Straße, Merkurstraße, Neptunstraße, Planetenstraße und Sternwartstraße.
Die Zeitschrift des Bilker Heimatvereins eV heißt „Bilker Sternwarte“
Ein 1967 entdeckter Asteroid „4425“ wurde mit „Bilk“ benannt.

https://www.minorplanetcenter.net/iau/lists/MPNames.html#B

Stadthaus an der Mühlenstraße, ehem. Jesuitenkolleg

Rechtsakademie, Sternwarte auf dem Dach

Erster Standort einer Sternwarte – Düsseldorf Mühlenstraße – seit ca. 1710

Mühlenplatz (heute_Grabbeplatz)
Dtadthaus an der Mühlenstraße
Franz Bernhard Custodis um 1800

Das Jesuitenkloster, dessen Gebäude ca. 1710 gebaut wurde, bot mit der „Sternwarte“ im Dachaufbau die erste Möglichkeit astronomischer Beobachtungen.
Der Jesuitenpater Ferdinand Orban (1655 – 1732), in Düsseldorf als Beichtvater bei Kurfürst Johann Wilhelm 1703–1716 („Jan Wellem“), nutzte auch die im Obergeschoss eingerichtete Sternwarte.
Mit Aufhebung des Jesuitenordens 1773 geht des Gebäudes in staatlichen Besitz über, anschließend beginnt hier mit dem Astronomen Johann Friedrich Benzenberg die erste wissenschaftliche astronomische Forschung in Düsseldorf.

Johann Friedrich Benzenberg

Johann Friedrich Benzenberg beobachtet also vom Dach des Stadthauses aus, dem ehemaligen Jesuitenkolleg (neben den beiden Türmen der Jesuitenkriche St. Andreas). So schreibt er 1805 „Ich lebe hier in angenehmen Verhältnissen. Meine Wohnung ist auf der Sternwarte und aus meinem Schreibcabinet, das unmittelbar unter der Plattform ist, übersehe die Stadt, den Rhein und die ganze umliegende Gegend auf mehrere Stunden im Umkreis“.

Düsseldorf, Andreaskirche, Sternwarte rechts im Bild
Altes Regierungsgebäude an der Mühlenstraße mit Sternwarte, Foto Erwin Quedenfeld 1911

1843 verlegt Johann Friedrich Benzenberg die Sternwarte wegen des steten Wachstums der Stadt mit all ihren Störungen nach Bilk. [Düsseldorfer Heimatblätter Heft 10 S 192 XVIII. Jg] Die Sternwarte an der Mühlenstraße hatte die preußische Verwaltung in den ca. 1830er Jahren „preisgegeben“. Der Dachaufsatz bleibt aber bis etwa 1953 erhalten.

Düsseldorf als Kulturmetropole

Düsseldorf bemühte sich erfolgreich im aus­ge­hen­den 17. und be­gin­nen­den 18. Jahr­hun­derts zu einer eu­ro­päi­schen Kul­tur­me­tro­po­le aufzusteigen. So trug hierzu z.B. die Gemahlin von Jan Wellem ( des pfäl­zi­schen Kur­fürs­ten Jahann Wilhelm) An­na Ma­ria de Me­di­ci ma­ß­geb­lich bei. In der Folge entstand früh die Kunstakademie, es entstand die Düsseldorfer Malerschule. Es gab aber keine Akademie oder Universität oder später ein Kaiser-Wilhelm-Institut, das sich den Naturwissenschaften gewidmet hätte. So fehlte auch völlig die Basis für den Bau einer Sternwarte.